Spitzensportler mit Long Covid: "Nichts erzwingen"

Spitzensportler mit Long Covid: Foto: © GEPA
 

Long Covid unter Leistungssportlerinnen und -sportlern betrifft nach den Erfahrungen des Sportmediziners Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule in Köln eher den Ausdauerbereich.

"Es hängt oft damit zusammen, dass bei denen spezifische Anforderungen an die Lunge und an den Stoffwechsel gestellt werden", erklärte der 62-Jährige. Ein erhöhter Pulsschlag im Ruhe- und im Belastungsbereich sei dabei "ein Klassiker".

Hundertprozentig wüsste die Wissenschaft nicht, warum das bei manchen nach einer Infektion mit dem Coronavirus auftrete.

Man habe aber auch schon Mannschaften mit vielen Coronafällen untersucht, bei denen über die Hälfte der Spieler nach mehreren Monaten noch erhöhte Ruhe-Herzfrequenzwerte aufgewiesen hätten.

"Sportler hört mehr in den Körper hinein"

Eine Sportlerin habe etwa berichtet, dass sie bei Belastung kurzatmig werde und diese dann abbrechen müsse. Nach einer gewissen Belastungszeit gehe es dann etwas besser.

"Das ist das typische Phänomen. Das würde auch der Otto Normalverbraucher merken, wenn er es machen würde. Ein Sportler hört mehr in den Körper hinein, das suggeriert, dass Sportler anfälliger wären", sagte der Leiter der Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin der DSHS.

Den Aufbau kann man "nicht erzwingen"

"Wenn jemand im Sport durch Long Covid Leistungseinbußen hat, dann kann man es nicht erzwingen, was den Aufbau angeht", betonte Bloch und riet zu kurzen Belastungsphasen mit einer reduzierten Intensität.

"Dann die Belastungszeiten verlängern und die Pausen reduzieren, damit man dann auf eine kontinuierliche Belastung kommt. Und dann kann man auch wieder die Intensität erhöhen." Es gebe aber bei ihnen auch Einzelfälle, "bei denen nicht zu erwarten ist, dass sie zu ihrer vorherigen Leistung zurückkommen", betonte Bloch.

Grundsätzlich hätten Leistungssportler ein leistungsfähigeres Immunsystem, das besser mit Infekten umgehen könne. Leistungssportler würden aber halt auch eher merken, dass sie nicht hundertprozentig auf dem Niveau seien wie vor einer Covid-Erkrankung.

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang »

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