Grozurek nutzte im Derby die Gunst der Stunde

Grozurek nutzte im Derby die Gunst der Stunde Foto: © GEPA
 

Unglaublich, aber wahr: Lukas Grozurek gab nach 190 Bundesliga-Spielen und knapp 50 Partien in Deutschland und Georgien erst gegen den FAC sein Debüt in der Admiral 2. Liga.

Im routinierten Alter von 30 Jahren kam der Flügelstürmer unverhofft zu seinem ersten Zweitliga-Einsatz für den First Vienna FC. Der etatmäßige Stammspieler Nils Zatl verletzte sich beim Aufwärmen vor dem Wiener Derby am Oberschenkel, Trainer Alexander Zellhofer - übrigens zwei Jahre jünger als Grozurek - rotierte seinen Schützling kurzfristig in die Startelf.

Und bewies damit ein goldenes Händchen, denn ausgerechnet der ehemalige Sturm- und Rapid-Akteur nutzte die Gunst der Stunde und schoss den Aufsteiger mit seinem Tor zum 1:0 schlussendlich auch zum Derby-Sieg beim Vizemeister (Die Stimmen des FAC nach der Derby-Pleite >>>).

"Es war ein idealer Ball von "Ita" (Anm: Itamar Noy). Wir haben schon in der Kabine besprochen, dass der Platz stumpf ist und der Ball stehen bleiben wird. Der Verteidiger hat den Ball unterschätzt, ich hab es dann gut gemacht. Dann war es nicht mehr allzu schwer", analysiert Grozurek sein Goldtor trocken.

"Positiver Ärger" bei Grozurek

Von seinem Trainer bekam der 30-Jährige besondere Worte mit: "Wir haben dem "Grozu" gesagt, dafür machst du heute das Tor", lacht Zellhofer.

"Er hat im Training wirklich sehr hart gearbeitet und man sieht, wie die Jungs am Platz füreinander da sind. Wenn einer nicht kann, springt der nächste ein und wenn es so aufgeht, ist es umso schöner", freut sich der jüngste Übungsleiter der 2. Liga.

Der in Grozurek "positiven Ärger" aufbringt, nachdem dieser zurzeit eigentlich nur die zweite Geige spielt. "Man will spielen, das ist ganz klar. Jeder Spieler will spielen – egal ob jung oder alt", stellt der ehemalige Legionär klar.

Er zeigt aber auch Verständnis dafür, dass die Mannschaft nach dem 2:0-Auftaktsieg gegen Blau-Weiß Linz eigentlich unverändert hätte bleiben sollen. "Wir haben es in der ersten Runde sehr gut gemacht, daher war es in Ordnung, dass die gleiche Mannschaft wieder spielt", so Grozurek.

"Aber wir haben gewusst, dass wenn wie heute etwas passiert, dann müssen wir da sein. Das ist bei jedem Einzelnen von uns, auch die, die reingekommen sind. Das zeichnet uns auch aus", stellt Grozurek das starke Kollektiv der Vienna in den Vordergrund.

Kompakte und mental starke Vienna

Auf ein solches und eine "gute Mischung" zwischen jung und routiniert konnte Zellhofer bereits in der Meister-Saison in der Regionalliga Ost bauen. Damit konnte nun sowohl dem Titel-Favoriten als auch dem amtierenden Vizemeister der Zahn gezogen werden.

"Die Jungen lernen von den routinierten Spielern. Wir hatten in der einen oder anderen Situation in der Vergangenheit etwas Lehrgeld bezahlt und diesmal haben wir es trocken heimgespielt", erklärt der Coach, der zudem die Kompaktheit und die "richtige Mentalität" hervorstreicht.

Dabei musste der Sohn von Georg Zellhofer in der ersten Halbzeit einige bange Momente überstehen, da der FAC klar spielbestimmend war und sich reihenweise Top-Chancen herausspielte - diese jedoch nicht nutzte.

(Artikel wird unter dem VIDEO fortgesetzt)

Die Großchancen des FAC im Highlight-VIDEO:

Das hing auch mit dem "durch den Ausfall von Nils Zatl kurzfristig über den Haufen geworfenen Matchplan" zusammen", erläutert Zellhofer. "Wir haben dann ein wenig gebraucht, bis wir ins Spiel gefunden haben. Wir waren verletzungsbedingt auch fünf Minuten einen Mann weniger. Das haben wir ganz gut rübergebracht und danach hat es wieder funktioniert."

Nach dem 1:0 fokussierte sich die Vienna auf die Defensive, verteidigte im Verbund und ließ die nötige Konsequenz zu keinem Zeitpunkt vermissen.

Das hätte die Vienna "sofort unterschrieben"

Somit steht der für viele als Abstiegskandidat titulierte Regionalliga-Meister nach den ersten zwei Runden der Admiral 2. Liga makellos da.

Für viele überraschend, auch für Zellhofer: "Wir hätten diesen Start vor Saisonbeginn sofort unterschrieben", sagt er. "Dass es so aufgeht, hätten wir uns nicht gedacht. Die Auslosung ist in den ersten fünf Runden nicht die leichteste", spricht der 28-Jährige die nun noch bevorstehenden Duelle mit unter anderem Liefering und der Admira an.

"Aber wir wussten, wenn wir über das erste Spiel gut drüberkommen, werden wir Möglichkeiten haben. Und das haben wir heute gesehen", ist Zellhofer stolz. Der Vienna-Trainer blickt aber schon ehrfurchtsvoll auf die kommende Runde voraus.

Dann kommt nämlich der ebenfalls ungeschlagene SKN St. Pölten auf die Hohe Warte, der sich zuletzt mit einem 5:1-Sieg bei Rapid II in Torlaune präsentierte. "St. Pölten ist vom Niveau her sicher auch eine Stufe höher.", weiß Zellhofer.

"Sie sind eine richtig gute Mannschaft mit einem super Trainerteam, taktisch sehr variabel, viele gute Spielzüge drin. Das wird wieder eine große Herausforderung." Eine Herausforderung, welche die Vienna bestimmt mit reichlich Selbstvertrauen annehmen wird.


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