Liverpool oder Real: Wer hat die besseren Spieler?

Liverpool oder Real: Wer hat die besseren Spieler? Foto: © GEPA
 

Der krönende Abschluss der Saison steht bevor.

Am Samstagabend stehen sich der FC Liverpool und Real Madrid im Endspiel der UEFA Champions League (21:00 Uhr im LIVE-Ticker) gegenüber. Es kommt zur Neuauflage des Finales von 2018, welches die "Königlichen" dank zweier Patzer des damaligen "Reds"-Torhüters Loris Karius mit 3:1 gewannen.

Seitdem ist viel passiert. Neue Namen zieren die Kaderblätter, es sind aber auch viele altbekannte Spieler dabei. Außerdem coachen mit Jürgen Klopp und Carlo Ancelotti zwei absolute Trainer-Legenden die stärksten Mannschaften des Planeten.

Doch: Wer hat letztendlich die besseren Spieler im Aufgebot?

Anhand der prognostizierten Aufstellungen vergleicht LAOLA1 die Startelf beider Teams im Head-to-Head und verteilt Punkte. Gibt es im Duell einen Sieger, bekommt die jeweilige Mannschaft einen Zähler gutgeschrieben. Sind zwei Profis gleich stark, erhalten beide einen Punkt.

Eines vorweg: Es wird extrem spannend.

Alisson gegen Thibaut Courtois:

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Auf der einen Seite der FIFA-Welttorhüter von 2019, auf der anderen jener von 2018. Alisson und Courtois schenken einander im direkten Duell gar nichts.

Mit 29 bzw. 30 Jahren haben beide Torhüter bereits zahlreiche Trophäen einfahren können. Meistertitel, Pokale, Auszeichnungen – all das haben der Brasilianer und der Belgier bereits geholt.

Aber: Alisson hat Courtois den Henkelpott voraus, den er 2019 mit den „Reds“ gewann. Courtois ist in seinen vier Jahren in Madrid noch nicht Champions-League-Sieger geworden, Samstagabend könnte es aber soweit sein.

Für uns ist jedenfalls klar: Beide Tormänner können den Unterschied ausmachen, einen klaren Vorteil gegenüber dem anderen hat jedoch keiner.

Stand: 1:1

Trent Alexander-Arnold gegen Dani Carvajal:

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Die rechte Seite ist das Prunkstück Liverpools.

Alexander-Arnold ist aktuell wohl der beste Rechtsverteidiger der Welt, strahlt eine Offensivkraft wie kein Zweiter aus. 89 Torchancen kreierte der Eigenbauspieler der „Reds“ in dieser Premier-League-Saison, das waren die meisten der gesamten Liga.

In seiner noch jungen Karriere hat der 23-Jährige bereits alle prestigeträchtigen Klub-Titel gewonnen, auf die Trophäensammlung von Caravajal fehlt ihm aber noch einiges.

Je Viermal CL-Sieger und FIFA-Klub-Weltmeister, jeweils dreimal Meister, Supercopa- und UEFA-Supercup-Sieger sowie einmal Triumphator der Copa del Rey. Auch der 30-jährige Spanier hat nahezu alles gewonnnen, was es zu gewinnen gibt.

In den letzten Jahren hatte Carvajal allerdings immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, sodass Lucas Vasquez heuer sogar mehr Partien absolvierte. Auch deshalb geht dieses Duell an Liverpools Alexander-Arnold.

Stand: 2:1

Ibrahima Konate gegen Eder Militao:

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Es ist noch nicht vollends geklärt, ob Konate oder Joel Matip gemeinsam mit Virgil van Dijk das Innenverteidiger-Duo im Finale bildet.

Denn in der Liga bekommt der routinierte Kameruner zumeist den Vorzug vor seinem designierten Nachfolger, in der Champions League setzte Jürgen Klopp jedoch auf Konate. Vielleicht ob seiner Torgefährlichkeit, die der 40 Millionen teure Franzose mehrfach unter Beweis stellte.

Vielleicht steckt auch etwas Aberglaube hinter seinen Einsätzen, denn seit seiner Ankunft letzten Sommer aus Leipzig hat Konate in 28 Pflichtspielen keine einzige Partie verloren.

Sein Gegenüber Eder Militao hat sich nach dem Abschied von Sergio Ramos in der Innenverteidigung der „Königlichen festspielen können, nimmt den kongenialen Part neben David Alaba ein. Nach 41 Einsätzen in den ersten zwei Jahren nach seinem Wechsel wird der Brasilianer im Finale sein 50. Bewerbsspiel der Saison bestreiten.

Der 24-Jährige nahm eine starke Entwicklung, wird den 50 Millionen Euro, die Real 2019 an Porto überwies, allmählich gerecht. Der spielstarke Rechtsfuß und 21-fache Nationalspieler weist zudem mehr Erfahrung als Konate auf und gleicht daher aus.

Stand: 2:2

Virgil van Dijk gegen David Alaba:

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Van Dijk ist seit 2018 Liverpools Fels in der Brandung.

Der inzwischen 30-jährige Niederländer übersiedelte vor vier Jahren für rund 85 Millionen Euro an die Anfield Road und war jeden Penny wert. Größe, Physis, Geschwindigkeit, Spielstärke - der Nationalspieler bringt alle Attribute für einen Weltklasse-Verteidiger mit.

Von einem Kreuzbandriss in der Saison 2020/21 ließ sich Van Dijk nicht zurückwerfen, lieferte im Dress der "Reds" neuerlich eine bärenstarke Spielzeit ab. Insbesondere an ihm wird es liegen, Reals Angriffsreihe rund um Karim Benzema nicht in Fahrt kommen zu lassen.

Selbiges muss David Alaba ebenfalls bewerkstelligen. Mit Mohamed Salah, Sadio Mane und Luis Diaz steht ihm und seinen Abwehrkollegen eines der gefährliches Offensiv-Trios gegenüber, außerdem bleibt abzuwarten, inwieweit der Österreicher nach seiner Adduktorenverletzung tatsächlich wieder bei 100 Prozent ist.

Dass der Wiener ein absoluter Kämpfer ist, enorm viel Herz zeigt, hat sich weit herumgesprochen. Der 29-Jährige zählt seit Jahren zu den besten Abwehrspielern dieses Planeten, im Duell mit Van Dijk hat Alaba, auch wegen seiner Verletzung, allerdings das Nachsehen.

Stand: 3:2

Andrew Robertson gegen Ferland Mendy

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Es ist immer noch unglaublich, dass der FC Liverpool 2017 für die Dienste von Robertson gerade einmal neun Millionen Euro an Hull City überwies.

In seinen fünf Jahren an der Merseyside ist der Schotte zum besten Linksverteidiger der Welt gereift, beweist Jahr um Jahr, wie wertvoll er für Jürgen Klopp ist. Der Mann aus Glasgow ist ein absoluter Dauerbrenner, darüber hinaus kaum von Verletzungen von geplagt.

Außerdem ist er ähnlich offensivstark wie Alexander-Arnold, bereitete heuer bereits 15 Tore vor. In seiner Liverpooler Laufbahn sind es schon 52 Assists in 223 Spielen.

Mit diesen Zahlen kann der zwei Jahre jüngere Mendy nicht mithalten. Der Franzose reifte auch aufgrund des nahenden Karriereendes von Marcelo zum Stammspieler, wirklich überzeugend agiert der Mann aus Meulan-en-Yveline jedoch nicht.

Nicht ohne Grund wird Mendy als das schwächste Glied bei den "Königlichen" bezeichnet, immer wieder ist er einmal für Fehler gut. Zwar spielt der siebenfache Nationalspieler heuer seine beste Saison, gegen Robertson kommt er aber nicht an.

Stand: 4:2

Fabinho gegen Casemiro:

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Zwei Brasilianer unter sich - und beide zählen auf der Sechser-Position zur absoluten Elite des Fußballs.

Fabinho streift seit 2018 das Trikot des vierfachen Königsklassen-Triumphators über, überzeugt im defensiven Mittelfeld mit durchdachten Aufbaupässen ebenso sehr wie mit seiner Physis. Seine 1,88 Meter bringt der 25-fache Teamspieler Brasiliens perfekt zur Geltung, für seine Gegenspieler ist es extrem schwer, einen Weg vorbei zu finden.

Ähnliches gilt für den 30-jährigen Real-Star, der seine siebente Saison für die "Königlichen" bestritt. Zwar misst Casemiro drei Zentimeter weniger, die macht er aber mit starkem Zweikampfverhalten, einer gesunden Portion Härte und Durchsetzungsvermögen wett macht.

Interessant: 23 Spiele haben Fabinho und Casemiro gemeinsam auf dem Spielfeld absolviert. Allerdings entstammen nur elf Einsätze aus dem Nationalteam, die restlichen zwölf aus der Saison 2012/13, als sie gemeinsam bei der zweiten Mannschaft von Real Madrid spielten.

Heute stehen sie sich auf dem Spielfeld gegenüber, einen Gewinner gibt es in diesem Aufeinandertreffen nicht.

Stand: 5:3

Jordan Henderson gegen Luka Modric

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Der Kapitän aus Sunderland ist nicht mehr der unumstrittene Schlüsselspieler, der er einmal war.

Vor allem in der Champions League nicht, wo Jürgen Klopp den 31-Jährigen nur in jedem zweiten Spiel von Beginn an aufbot. Das macht Henderson aufgrund seiner Routine jedoch wenig aus, insbesondere in einem solchen Endspiel kann ein Mann seines Formats extrem wertvoll sein.

448 Spiele hat der Mittelfeldspieler für die "Reds" in den Beinen, Modric hat für Real nur 14 Partien weniger absolviert. Seit zehn Jahren läuft der Kroate für das "Weiße Ballett auf", seine 36 Lenzen sind ihm absolut nicht anzumerken.

Die Saison seines Lebens spielt der Maestro zwar nicht, dafür war das 2018er Jahr, als er den Ballon d'Or gewann, zu stark. Aber der Rechtsfuß ist immer noch ein "Difference Maker", das bewies er vor allem mit seiner perfekten Außenristflanke im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea.

Beide sind Mentalitätsmonster, die höhere individuelle Klasse besitzt aber der Madrid-Star.

Stand: 5:4

Thiago gegen Toni Kroos

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Man kennt sich. 2013/14 spielten der Spanier und der Deutsche gemeinsam beim FC Bayern, ehe Letzterer den Weg nach Madrid ging.

Thiago hingegen blieb den Münchnern bis 2020 treu, bevor es ihn nach Liverpool zog. Dort trumpft der 31-Jährige nach einer schwierigen ersten Spielzeit heuer vollkommen auf. Der gebürtige Italiener ist der Denker und Lenker im Mittelfeld der "Reds", kann die Kugel präzise verteilen und sorgt für gefährliche Umschaltmomente.

Kroos bringt dieselben Elemente in das Spiel der "Königlichen", überragt stets mit einer starken Passquote und gefinkelten Spielzügen. Allerdings ist die heute Abend zu Ende gehende Spielzeit die statistisch schlechteste seit seiner Ankunft in Spaniens Haupstadt.

Je drei Treffer und Assists in 44 Pflichtspielen sind absolut nicht Kroos-like, letztes Jahr legte er noch zwölf Tore auf. Der vierfache CL-Sieger hat also etwas abgebaut, und obwohl hinter dem Einsatz von Thiago aufgrund einer Achillessehnenverletzung immer noch ein Fragezeichen steht, holt sich der Liverpool-Profi den Punkt.

Stand: 6:4

Mohamed Salah gegen Federico Valverde

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Am "Egyptian King" führt in Liverpool kein Weg vorbei.

Der 29-jährige Flügelstürmer befindet sich am Höhepunkt seiner Karriere, krönte sich in der Premier League zum dritten Mal zum Torschützenkönig. Mit 14 Torvorlagen bewies er außerdem die Übersicht für seine Mitspieler, etwas, das oft bemängelt wurde. Er spiele teilweise zu eigensinnig, suche lieber den Abschluss, als nochmal abzuspielen, hieß es früher.

Dieses Thema ist spätestens nach der laufenden Saison ad acta gelegt, Salah zeigt sich mannschaftsdienlich und ist der unumstrittene Superstar im Team des siebenfachen Königsklassen-Triumphators.

Davon ist Valverde bei Real Madrid noch weit entfernt. Der Mann aus Uruguay ist eigentlich im zentralen Mittelfeld beheimatet, sollte als Nachfolger von Toni Kroos oder Luka Modric aufgebaut werden.

Da Rodrygo in der Rückwärtsbewegung eher lethargisch agiert, und gegen offensivstarke Teams die Gefahr besteht, ins offene Messer zu laufen, wird der 23-Jährige von Carlo Ancelotti am rechten Flügel eingesetzt. Akzente im Angriff setzt der Kicker aus Montevideo wenig, als Balleroberungmaschine machte er sich aber bereits einen Namen.

Trotzdem: Der Punkt in diesem Duell geht eindeutig an Salah.

Stand: 7:4

Sadio Mane gegen Karim Benzema:

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Unfassbar, dass der Senegalese vor acht Jahren noch in der heimischen Bundesliga für Red Bull Salzburg auflief.

Der inzwischen 30-Jährige hat sich zum Weltklasse-Spieler gemausert, nach sechs Jahren in Liverpool stehen die Zeichen jedoch eindeutig auf Abschied. Der FC Bayern München soll heftig werben, Mane tendiert ebenfalls sehr stark zu den Münchnern. Somit könnte das CL-Finale das letzte Spiel im "Reds"-Dress sein.

Der Verlust des Africa-Cup-Gewinners würde Jürgen Klopp schmerzen, denn Mane legte zum wiederholten Male eine starke Saison ab. Fünf Tore in der Königsklasse, 16 in der Premier League und zwei im FA Cup. Mit Sturmkollege Salah kommt er nicht ganz mit, gegen Benzema ist er chancenlos.

Denn beim Franzosen gehen einem die Superlative aus. 27 Tore und 12 Assists in 32 La-Liga-Spielen, 15 Tore und zwei Vorlagen in elf CL-Spielen. Dazu kommen zwei Treffer und ein vorbereitetes Tor in zwei Supercopa-Begegnungen. Der 34-Jährige rettete dem Rekordsieger der "Königsklasse" in dieser Saison nicht nur einmal den Allerwertesten.

Holt die Ancelotti-Truppe zum 14. Mal den Henkelpott, ist Benzema der Hauptgrund und gleichzeitig der absolute Top-Favorit auf den Ballon d'Or - wenn er das nicht bereits ist.

Es ist klar: In der aktuellen Form ist der 604-fache Real-Spieler über jeden Spieler der Welt zu stellen.

Stand: 7:5

Luis Diaz gegen Vinicius Junior:

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Im Jänner schnappte man Tottenham Hotspur den Kolumbianer weg, binnen weniger Monate avancierte Diaz zu einem der Leistungsträger in Liverpool.

Das Halbfinal-Rückspiel in Villarreal haben die Engländer unter starker Mithilfe des 25-Jährigen noch gedreht, der sich schnell einen Stammplatz erkämpfte und Diogo Jota auf die Bank verbannte. Jürgen Klopp ist vom trickreichen und wieselflinken Flügelstürmer begeistert, auch die Fan-Gemeinde hat ihn bereits ins Herz geschlossen.

Sechs Tore und fünf Assists aus 25 Spielen sind eine ansprechende Bilanz, gegen Vinicius Junior ist aber kein Kraut gewachsen.

Der Brasilianer schaffte in dieser Spielzeit seinen Durchbruch, ist das Yin zu Benzemas Yang. Unter Ancelotti blüht der erst 21-Jährige auf. 21 Treffer erzielte er bereits, hinzu kommen 20 Assists - gefühlt mehr als die Hälfte der Torvorlagen waren für Benzema.

Vier Jahre hat der pfeilschnelle Stürmer aus Sao Goncalo gebracht, um zu zeigen, welch großes Talent in ihm schlummert. Diese Saison muss er freilich erst bestätigen, doch Vinicius Junior ist eindeutig in der Weltspitze angekommen und gewinnt das Head-to-Head mit Diaz.

Stand: 7:6


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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