Endstand
4:1
1:1, 3:0
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FAK geht in Posen ein: "Zerfallen in alle Teile!"

Elfer-Streit und fehlende Effizienz: Das ging in Posen alles schief.

FAK geht in Posen ein:

Zwei Partien gespielt, erst ein Punkt und Gruppenfavorit Villarreal noch zwei Mal vor der Brust - die Wiener Austria ist eher suboptimal in die Gruppenphase der Conference League gestartet.

Nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Beer Sheva kassierten die "Veilchen" am Donnerstag eine am Ende doch klare 1:4-Schlappe auswärts bei Lech Posen (Spielbericht >>>).

"Wir sind alle sehr enttäuscht, dass es nichts geworden ist mit Punkten. Dass es dann so hoch ausgeht, ist umso bitterer", sagt Matthias Braunöder vor dem "Sky"-Mikro.

So richtig nötig war die Niederlage in Polen nämlich keinesfalls. "Das ist sehr bitter, wenn man die Leistung anschaut", erklärt FAK-Cheftrainer Manfred Schmid bei "Servus TV".

Schmid: "Waren phasenweise tonangebend"

"Wenn man den Auftritt meiner Mannschaft gesehen hat, waren wir bis zur 75. Minute richtig stark, waren phasenweise tonangebend", weiß Schmid die Leistung seines Teams richtig einzuschätzen.

Chancen auf die Führung waren da, auch nach dem 1:0 für Lech Posen in der 27. Minute. Was folgte, war nämlich der postwendende Ausgleich durch Matthias Braunöder sowie die große Möglichkeit, vom Elfmeterpunkt mit 2:1 in Führung zu gehen.

"Eigentlich musst du mit dem Elfmeter mit 2:1 in Führung gehen, dann sieht es vielleicht anders aus. Natürlich ist das spielentscheidend", sagt Schmid. Gekommen ist es jedoch anders. Manfred Fischer trat an, verschoss und sorgte obendrein auch noch für Diskussionen.

Immerhin entbrannte noch vor der Ausführung des Elfers ein Streit auf dem Rasen, wer denn überhaupt schießen dürfe. Dominik Fitz erhob ebenso wie Fischer Anspruch auf den Elfmeter, Letzterer setzte sich am Ende durch - der Ausgang ist bekannt.

Streit um Elfmeter? "Sollte in dieser Art und Weise nicht sein"

"Es gibt keine fixe Absprache (Anm. wer schießt). Die Jungs können sich das selber ausmachen", bringt Schmid nach dem Spiel Licht ins Dunkel.

Dennoch habe ihm die Auseinandersetzung auf dem Platz nicht gefallen: "Das sollte in dieser Art und Weise nicht sein, aber da gibt es keine Schuldzuweisung. Ich glaube, das ist kein großes Thema und ich will es auch nicht zum Thema machen."

"Wer sich gut fühlt, kann schießen. Ich habe mich extrem gut gefühlt in diesem Moment, deswegen wollte ich schießen", beschreibt Fitz die Situation.

Mittlerweile sei das Ganze aber schon wieder abgehakt, wie der 23-Jährige meint. "Aber das ist kein Thema, man kann einen Elfer verschießen, das passiert jedem einmal. Ich mache ihm da keinen Vorwurf", so Fitz.

Effizienz wird für Austria zum Feind

"Ich weiß nicht, ob es eine Schlüsselszene war, aber wir haben auf jeden Fall die Chance gehabt, da in Führung zu gehen", reflektiert Braunöder die Elfmeterszene. Zu viel Bedeutung will er dem vergebenen Strafstoß aber nicht beimessen.

"Ich glaube, wir haben auch danach noch genügend Chancen gehabt, auch davor. Vor allem erste Halbzeit hätten wir deutlich mehr rausholen können. Das nur am Elfmeter festzunageln, ist nicht richtig", so Braunöder.

Wenn man etwas kritisieren wolle, dann die mangelnde Chancenverwertung. "Wir müssen effizienter vor dem Tor sein, dann fällt uns auch einiges leichter. In Führung können wir befreiter aufspielen", sagt Fitz. "Der Unterschied war, dass Posen effizienter war. Am Ende ist es mit diesem Ergebnis leider viel zu hoch", weiß auch Schmid.

FAK zerfällt im Finish "in alle Teile"

Nach dem 1:2, bei dem sich die FAK-Defensive nicht unbedingt geschickt anstellte, ging nämlich alles den Bach runter.

"Wie wir uns beim 1:2 angestellt haben, das ist natürlich bitter. So darfst du dich nicht verhalten, das wird international bestraft. Das war ein Knackpunkt in unserem Spiel, wo wir gerade eine richtig starke Phase hatten", regt sich der FAK-Cheftrainer auf.

"Nachdem wir das 1:2 bekommen haben, haben wir komplett den Faden verloren, kriegen dann leichtfertig Tore, was uns so nicht passieren darf", ist sich auch Fitz bewusst. "Wir zerfallen in alle Teile, kriegen Tor nach Tor, obwohl die die Chancen aus dem Nichts gehabt haben."

"Je länger das Spiel dauert, desto schwieriger haben wir uns getan", bringt es Braunöder auf den Punkt.

Austria gegen Villarreal zum Überraschen gezwungen?

So steht die Austria eben nur mit einem Punkt da. Will man noch ein ernsthaftes Wort um zumindest Platz zwei mitreden, muss man in den kommenden beiden Aufgaben gegen Villarreal wohl überraschen.

Fitz schätzt die Chancen der "Veilchen" auf ein Weiterkommen "extrem schwer" ein. "Jetzt haben wir zweimal Villarreal, das ist natürlich eine Monsteraufgabe. Wir werden unser bestes geben und schauen, ob wir da vielleicht Punkte mitnehmen können."

Für Schmid ist klar: "Ausgeschieden sind wir noch lange nicht. Die Chance lebt und solange diese lebt, werden wir alles versuchen, um doch noch weiterzukommen."

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