Rapid-Aufstieg "wichtig für die Köpfe"

Rapid-Aufstieg Foto: © GEPA
 

Der SK Rapid Wien hält die vermutlich einzig verbliebene Chance auf einen Titelgewinn in der Saison 2021/22 am Leben.

Mit einem 3:0-Auswärtssieg gegen den Zweitligisten SKU Amstetten (Spielbericht >>>) ziehen die Hütteldorfer am Donnerstag ins Viertelfinale des ÖFB-Cups ein.

Zwar gingen die Grün-Weißen als klarer Favorit in die Cup-Partie gegen die Mostviertler, die jüngsten Ergebnisse machten jedoch nicht allzu viel Mut, dass Rapid die Hürde Amstetten so souverän nehmen würde, wie es letztlich auch geschah.

"Jedes Spiel, wo du nicht zittern musst, ist ein schönes Spiel. Es muss für die Köpfe wirklich wichtig sein, denn ich denke, wir haben in den letzten Wochen immer wieder gute Spiel gemacht, aber uns nicht belohnt. heute war es so, dass dass wir das Resultat erzielt haben, das wir wollten", erklärt Rapid-Cheftrainer Dietmar Kühbauer nach dem Spiel im Interview mit dem "ORF".

Irregulär? Fountas-Tor stößt Amstetten sauer auf

Der Schlüssel für die Grün-Weißen am Donnerstag hieß frühe Tore. "Wir haben zwei schnelle Tore geschossen, da ist es natürlich gleich in unsere Richtung gegangen", so Marco Grüll. "Wir haben uns vorgenommen, dass wir früh treffen, mit breiter Brust spielen und gar nicht erst was aufkommen lassen."

Ein Unterfangen, das nur phasenweise gelang, spielte Amstetten doch gut mit und fand eine Reihe an richtig guten Torchancen vor. Zählt man auch noch hinzu, dass das zweite Rapid-Tor von Taxiarchis Fountas aufgrund eines vorhergegangenen Fouls nicht hätte zählen dürfen, hätte sich das Spiel vielleicht viel enger gestaltet als es schlussendlich der Fall war.

Bitter für Amstetten, wie Gerhard Obermüller, der den etatmäßigen, aber positiv auf Corona getesteten, Cheftrainer Jochen Fallmann am Donnerstag vertreten musste, erklärt: "Das 2:0 war in meinen Augen irregulär."

"Der Schiedsrichter (Anm. Walter Altmann) und auch der Linienrichter haben mir das dann bestätigt. Der Schiedsrichter hat es nicht gesehen und der Linienrichter hat es damit begründet, dass er auf einen anderen Spieler geschaut hat. Das war schade, denn das war eigentlich der Knackpunkt für uns", so Obermüller.

Kühbauer-Lob für umgebaute Abwehr

In Kühbauers Augen habe sich letztlich die Qualität durchgesetzt: "Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass wir von der Qualität her die bessere Mannschaft sind und das hat man dann auch gesehen. Wenn du schnell 2:0 führst und dann nach der Pause zu einem guten Zeitpunkt das 3:0 machst, dann erleichterst du dir die Sache auf jeden Fall und hast die Möglichkeit, dass du Spieler wechselst und das war dann auch das Optimale."

Einen ruhigen Abend gab es für Kühbauer auch deswegen, weil die aufgrund von Verletzungen umgebaute Abwehr die Null hielt. Mit Thorsten Schick, Filip Stojkovic, Emanuel Aiwu und Jonas Auer musste vom Burgenländer ein komplett neues Gespann auf den Platz geschickt werden.

Das Quartett habe sich laut dem 50-Jährigen aber ein dickes Lob verdient: "Sie haben es nicht schlecht gemacht. Hinten raus habe ich mir noch Sorgen gemacht, dass sich Stojki (Anm. Filip Stojkovic) auch noch verletzt hat. Aber ich denke, sie haben es gut gemacht. Zu Null ist nicht unwichtig im Fußball. Aber es zählen nicht die Innenverteidiger, es zählt das gesamte Team."

"Muss für die Köpfe was Gutes gewesen sein"

Langsam verziehen sich also wieder die dunklen Wolken in Wien-Hütteldorf. Bis auf ein paar Ausreißer wie beim 2:1-Sieg über Dinamo Zagreb in der Europa League oder den 5:2-Kantersieg in der Liga gegen die WSG Tirol hatten die Hütteldorfer in den letzten Wochen nicht allzu viel zu lachen. Immer wieder machten späte Rückschläge, so auch vergangene Woche beim 1:1 gegen Hartberg, als man in der siebenten Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassierte, den Wienern einen Strich durch die Rechnung.

"Wir haben den Schwung in den letzten Wochen wenig verloren, aber natürlich haben wir auch wenig gewonnen. Wir brauchen einfach Siege, wir sind eine gute Mannschaft. Der Cup muss, auch wenn es nur gegen einen Zweitligisten war, für die Köpfe was Gutes gewesen sein. Jetzt haben wir den LASK vor der Türe und da wollen wir da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben."

Kühbauer vergleicht Rapid mit Barcelona und Juventus

Ähnlich wie Rapid hatte auch der LASK zuletzt mit schlechten Ergebnissen zu kämpfen - die Linzer liegen mit zwei Punkten weniger als Rapid am Tabellenende - wodurch es kommenden Sonntag (ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker) zum Keller-Duell kommt.

"Das hat sich keiner vorgestellt", versucht Dietmar Kühbauer die Situation einzuordnen. "Es hat sich aber auch keiner vorgestellt, dass Barcelona im Irgendwo herumläuft, dass Juventus auch nicht so beieinander ist, dass viele andere Mannschaften Probleme haben. Es ist einfach so."

Warum Rapid im Tabellenkeller herummurkst, sei laut dem Burgenländer leicht erklärt: "Wir haben Probleme aufgrund dessen, dass wirklich viele Spieler verletzt sind. Über das andere will ich jetzt gar nicht mehr diskutieren. Trotzdem sind wir selbst daran schuld, dass wir viele Spiele nicht gewonnen haben, wo wir die klar bessere Mannschaft waren. Das sollte demnächst aufhören und am Sonntag wäre am allerbesten."

Arase und Hofmann bald wieder dabei?

Bis dorthin könnte sich die Verletzungsmisere der Grün-Weißen wieder ein wenig lichten. "Ich hoffe schon, dass Kelvin Arase fit wird und auch dass Maxi Hofmann spielen kann, dann sind zumindest zwei Spieler mehr wieder beim Team dabei und das tut uns gut", hofft Kühbauer auf zumindest zwei Rückkehrer bis Sonntag.

Innerhalb der Rapid-Mannschaft ist der Glaube groß, dass der Sieg über Amstetten nur der Anfang war und man Rapid bald wieder in ganz anderen Bundesliga-Tabellenregionen antreffen werde. "Wir wissen, wo wir hinwollen und das war der erste Schritt. Wir nehmen diesen Schwung jetzt sicher mit", sagt Jonas Auer.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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