Franco Foda: "Das waren oft Gerüchte"

Franco Foda:
 

Gefühlt hatte Franco Foda 2021 einige Endspiele in persönlicher Hinsicht, mit dem 4:1-Sieg gegen die Republik Moldau hat er auch das letzte in diesem Länderspiel-Jahr überstanden.

Wahrscheinlich startet auch das Jahr 2022 mit Foda-Endspielen.

Und zwar mit Partien von hoher Bedeutung für das ganze Fußball-Land. In den WM-Playoffs könnte sich Österreich nach 24 Jahren erstmals für eine WM qualifizieren. Dann hätte wohl auch Foda einige Zeit keine Endspiele mehr.

Unmittelbar nach dem Sieg gegen Moldawien bestätigte ÖFB-Präsident Gerhard Milletich Foda im Amt und nahm damit der teils leidenschaftlich geführten Teamchef-Diskussion vorerst den Wind aus den Segeln - und zwar schon vor der angekündigten, intensiven Analyse der verkorksten WM-Qualifikation.

Damit herrscht auch in der Öffentlichkeit Klarheit, was Foda naturgemäß recht ist:

"Für mich persönlich war es kein großes Problem, aber generell ist im Fußball Klarheit immer wichtig. Denn es geht ja nicht nur um den Trainer. sondern auch um das Innenleben einer Mannschaft, und da ist es immer wichtig, dass man Ruhe hat und sich konzentriert auf Spiele vorbereiten kann."

Foda: "Warum sollte Mannschaft für oder gegen einen Trainer spielen?"

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Im Prinzip zog sich das Teamchef-Thema nach dem missglückten Lehrgang im März durch das ganze Jahr. Lediglich nach der EURO verstummten die Diskussionen, dafür kehrten sie nach dem ebenso missglückten September-Lehrgang umso intensiver wieder.

Beim aktuellen Lehrgang stand gegen Israel (4:2) und eben Moldawien ein engagiertes ÖFB-Team auf dem Platz.

Ob er nach all den Diskussionen in diesem Jahr - auch bezüglich der internen Stimmung und seines Verhältnisses zur Mannschaft - diesen Lehrgang als Statement der Spieler für seine Person empfindet?

"Warum sollte die Mannschaft für oder gegen einen Trainer spielen?", fragt sich Foda, "letztendlich geht es ja um den ÖFB. Wir wollen ja alle erfolgreich sein. Ich habe den Spielern mit auf den Weg gegeben, dass es wichtig ist, dass man hungrig bleibt. Denn nur wer hungrig auf Erfolg ist, das sind die erfolgreichen Spieler und erfolgreichen Menschen. Wenn man den Hunger verliert, wird man irgendwann auf der Strecke bleiben."

Einen Seitenhieb zum Hinweis auf die Stimmungs-Diskussionen kann sich der Teamchef nicht verkneifen: "Das waren oft Gerüchte, genauso wie über den Impfstatus unseres Doktors."

Foda ist gerne Nationaltrainer

Wie er selbst die Entscheidung des Präsidiums rund um Milletich aufgenommen habe?

"Ich bin gerne Nationaltrainer. Ich arbeite sehr gerne mit den Spielern zusammen. Wir haben ein sehr gutes Team, auch wenn das oft anders interpretiert wurde."

Franco Foda

"Ich habe immer betont, dass ich mein Bestes gebe, um die Mannschaft immer wieder auf jedes Spiel vorzubereiten. Ich bin gerne Nationaltrainer. Ich arbeite sehr gerne mit den Spielern zusammen. Wir haben ein sehr gutes Team, auch wenn das oft anders interpretiert wurde. Aber mir macht die Arbeit riesigen Spaß, und wir haben in den letzten Jahren auch sehr viel erreicht gemeinsam."

Der Vertrag des 55-Jährigen hat sich mit der feststehenden Teilnahme an den WM-Playoffs automatisch bis zu selbigen verlängert. Ein Selbstläufer war es jedoch nicht, dass er den März-Showdown im Amt erlebt.

Foda betont, dass es nicht im Vorfeld mit seinen Vorgesetzten abgesprochen gewesen sei, dass er bei zwei Siegen fix bleiben darf.

Foda will in die Tiefe gehen

Auch wenn nun vier Monate Pause anstehen, wartet einiges an Arbeit. Erst die Analyse der eigenen Talfahrt, dann jene des ersten Playoff-Gegners, der am 26. November ermittelt wird.

Foda: "Es gilt in Ruhe die WM-Qualifikation noch einmal zu reflektieren und wirklich richtig in die Tiefe zu gehen. Natürlich hatten wir Probleme mit vielen verletzten Spielern, wir mussten umstellen, improvisieren, neue Wege suchen."

Aber: "Trotz allem wäre es möglich gewesen, wenigstens den zweiten Platz zu belegen. Wir müssen schon Revue passieren lassen, warum das nicht der Fall war."

Ein weiterer Minuspunkt ist ebenfalls schnell ausgemacht: "Wir haben in der gesamten WM-Quali zu viele Gegentore erhalten."

Guten und schlechte Phasen

Jenes gegen Moldawien kostete aufgrund der Tordifferenz quasi den dritten Gruppenplatz gegenüber Israel. Gegen den Underdog gefielen Foda trotz des klaren Sieges auch andere Dinge nicht:

"Es gab Phasen, in denen wir gut waren. Es gab auch Phasen, die mir persönlich nicht so gut gefallen haben, weil wir das Tempo herausgenommen haben. Gegen bessere Gegner wird nötig sein, dass man wirklich über 90 Minuten extrem hohes Tempo spielt, den Gegner immer wieder unter Druck setzt."

"Es ist sicher kein Nachteil, wenn man die Möglichkeit hat, über den nächsten Gegner sehr ins Detail zu gehen, wo die Stärken und Schwächen liegen, und wie es uns gelingen kann, diesen Gegner zu bezwingen."

Franco Foda

Bezüglich März-Kontrahent nimmt es Foda, wie es bei der Auslosung kommt. Wichtig ist ihm jedoch, dass er wieder ein eine tiefgehende Analyse gehen kann:

"Es ist sicher kein Nachteil, wenn man die Möglichkeit hat, über den nächsten Gegner sehr ins Detail zu gehen, wo die Stärken und Schwächen liegen, und wie es uns gelingen kann, diesen Gegner zu bezwingen."

Auf den Punkt topfit

In einem Spiel sei laut Foda alles möglich. Dies würde im ersten Schritt bedeuten, dass das ÖFB-Team zumindest einmal auswärts eine namhaften Hürde nehmen würde.

Dafür müsse man wie bei der EURO wieder auf den Punkt topfit sein, was gleichzeitig voraussetzt, dass einige schmerzhaft vermisste Akteure auch tatsächlich wieder fit sind:

"Egal welchen Gegner wir ziehen, es wird wichtig sein, dass wir unser Spiel auf den Platz bringen, wenn alle Mann an Bord sind und einen guten Rhythmus in ihren Vereinen haben. Dann sehe ich absolut realistische Chancen, dass wir uns für die WM qualifizieren."

Erfüllt sich das ÖFB-Team diesen Traum, ginge auch die Ära Foda in die nächste Verlängerung.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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