Formel E: Die "Spielwiese" der Software-Gurus

Formel E: Die Foto: © getty
 

Es ist zwar kein "Klassiker" wie jener der Formel 1, doch auch für die Formel E hat Monaco einen besonderen Reiz – noch dazu, wenn Samstag auf dem F1-Kurs gefahren wird. Und alle auf Jaguar-Pilot Mitch Evans schauen werden, ob ihm nach den beiden dominanten Siegen in Rom der Hattrick gelingt.

Angesichts der vielen Einheitsteile der Elektroformel (Kohlefaser-Monocoque, 54-kW-Batterie) findet das "Match" der Hersteller verstärkt im Bereich der Software-Entwicklung und des Batteriemanagements statt, denn die Hardware-Entwicklung wird mit der Homologation eingefroren.

Das Wettrüsten, das eigentlich durch Standardisierung vieler Bereiche vermieden werden soll, findet also doch statt. Bei Jaguar bestätigt man, dass für jedes Formel-E-Rennen eine eigens entwickelte Software zum Einsatz kommt.

36 Terrabyte Daten - für ein Rennen

Das führt dazu, dass die "Tests" für jeden Lauf auf dem Computer stattfinden: Mehrere Software-Varianten werden erprobt, validiert und schließlich freigegeben. Dafür kommen Simulatoren mit den sperrigen Fachbezeichnungen Hardware-in-the-loop (HIL) und Driver-in-the-loop (DIL) zum Einsatz.

Aus den vier vorangegangenen Saisonrennen der Formel E bekamen die Ingenieure 36 Terrabyte(!) an Daten als Basis für die Abstimmung für Monaco.

"Die Software ist der Schlüssel, deshalb entwickeln wir jeden Algorithmus und jede einzelne Codezeile mit Hilfe modernster virtueller Tools und Simulationen, um selbst minimale Verbesserungen bei Leistung, Effizienz und Robustheit zu erzielen. Das Gleiche gilt auch für Serienfahrzeuge, und deshalb tragen die Lektionen aus dem Rennsport dazu bei, elektrifizierte Straßenmodelle zu verbessern", erklärt Teamchef James Barclay.

Die neue Generation kommt

Noch bevor es Samstag in Saisonrennen sechs geht, wurde im noblen Yacht Club am alten Hafen die Zukunft präsentiert: Das Einheitschassis der dritten Generation für die nächsten drei Jahre. Das futuristische Design entstand in Zusammenarbeit mit dem Designstudio von Stellantis (das ist die Fusion von Peugeot-Citroen mit Fiat-Chrysler).

Zur Gewichtsreduzierung wurde das Gen3-Auto schmäler und bekam einen kürzeren Radstand. Mit Ultra-Hochgeschwindigkeitsladung wird die Leistung gegenüber den schnellsten aktuellen Lademöglichkeiten verdoppelt. Als erstes Formelauto verfügt die Gen3 wegen des neu integrierten Frontantriebs und seiner Rekuperationsfähigkeit über keine hydraulischen Bremsen im Heck mehr.

Doch bevor die Gen3 aktuell wird, muss die Formel E noch aktuelle Probleme lösen. So wurde das Rennen in Vancouver (geplant für 2. Juli) nach Organisationsproblemen auf 2023 verschoben. Ein Ersatz zum gleichen Termin ist andernorts kurzfristig wohl kaum möglich. Da es in Berlin, New York, London und im Finale in Seoul schon Doppelrennen gibt, käme nur noch Jakarta (4. Juni) für einen zweiten Lauf in Frage.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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