Max Günther: Der Optimismus bleibt

Max Günther: Der Optimismus bleibt Foto: © getty
 

Wenn mit den beiden Rennen am Wochenende auf dem neuen Kurs in Seoul die achte Saison der Formel E-WM endet, hat der Deutsch-Österreicher Max Günther mit den Titelvergaben nichts zu tun.

Dennoch bleibt der 25-Jährige, der bereits drei Mal auf dem obersten Podest stand, nach einer durchwachsenen ersten Saison mit Nissan zuversichtlich, wie er im Gespräch mit LAOLA1 bestätigt.

LAOLA1: Du kamst als Siegfahrer von BMW-Andretti zu Nissan. Wie beurteilst Du die zu Ende gehende Saison?

Max Günther: Die Bilanz fällt relativ einfach aus, weil wir wussten, dass dies ein Übergangsjahr mit einem für uns schwierigen Paket sein wird. Es war uns klar, dass wir manchmal nicht wettbewerbsfähig sein würden. Auf manchen Strecken wie in London, mit weniger Geraden, auf denen es mehr auf den Fahrer ankommt, sah man, dass wir gute Ergebnisse einfachen können. Generell bin ich mit meiner Saison im Reinen und zufrieden. Aber klar, der Anspruch ist immer, ganz vorn zu fahren und nicht nur im Mittelfeld. Aber es ist so, wie es ist, und das gehört zum Job des Rennfahrers.

LAOLA1: Hast du noch lernen können?

Günther: Natürlich. Abgesehen vom technischen Paket ist es so, dass ich immer besser werden möchte. Ich bin mir sicher, dass ich jetzt ein besserer Pilot bin, als ich es letztes Jahr war. Und ich werde mich weiter steigern, das ist mein Anspruch.

LAOLA1: Was macht Dich für nächste Saison mit einem komplett neuen Auto optimistisch? Wird die Entwicklung in die richtige Richtung gehen?

Günther: Das neue Gen3-Auto bietet allen Teams große Möglichkeiten für Verbesserungen. Die Karten werden da neu gemischt. Es wird sehr spektakulär werden. Man wird sehen, wer welche Richtung einschlägt. Ich freue mich sehr darauf.

LAOLA1: Nissan bekommt nächste Saison mit McLaren ein Kundenteam. Ist das ein Vorteil im Hinblick auf Entwicklung und Datenabgleich?

Günther: Ich denke, dass alle die Philosophie vertreten, zwei Teams sind wohl besser für die Entwicklung. Das macht Sinn, man hat bei Mercedes und Venturi gesehen, wie beide profitieren können. Jetzt machen das dann auch Jaguar und Envision Virgin. Das ist sicher sinnvoll.

LAOLA1: Was wirst du nach dem Saisonende in Seoul bis zum allgemeinen Test im Spätherbst machen?

Günther: Einen Urlaub, um meine Batterien wieder aufzuladen. Aber es gibt natürlich Entwicklungsfahrten, ich werde sehr bald wieder in die Vorbereitung einsteigen, es wird viel Arbeit am Simulator geben. Und nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison…

LAOLA1: Bist du das Gen3-Auto schon gefahren?

Günther: Noch nicht. Aber das wird sehr bald nach Seoul der Fall sein, vermutlich in Spanien oder England.

LAOLA1: Bist du heuer nochmals für den ORF bei der Formel 1 im Einsatz?

Günther: Gute Frage. Ich habe jetzt keinen Termin im Kopf, aber ich hoffe darauf, weil ich da sehr gern dabei bin.

Alles Mercedes oder doch nicht?

Die Ausgangslage vor den Rennen 15 und 16 ist klar: Alles andere als ein weiteres Doppel für Mercedes und Sportchef Toto Wolff wie in Saison sieben wäre eine Überraschung. Doch angesichts von 58 noch zu vergebenden Punkten pro Fahrer ist nichts garantiert.

Stoffel Vandoorne, Vizemeister in Saison sechs, ist der klare Favorit auf die Nachfolge seines Teamkollegen Nyck de Vries und hat mit 185 Punkten einen deutlichen Vorsprung auf Mitch Evans (149). Der Jaguar-Fahrer gilt als einer der besten Racer im Feld, hat aber viele Chancen durch mäßige Qualifying-Platzierungen verspielt. Zudem bekommt er in Seoul einen neuen, alten Teamkollegen: Denn Ersatzmann Norman Nato (der WRT-Partner von Ferdinand Habsburg auf der Langstrecke) springt für Sam Bird ein, der sich zuletzt in London die Mittelhand brach.

Nur noch Außenseiter ist Edo Mortara (Venturi, 144). Bemerkenswert: Sowohl der Schweiz-Italiener als auch der Neuseeländer feierten drei Saisonsiege, während der belgische Leader nur einmal triumphierte, aber bei Weitem mehr Konstanz aufwies.

In der Teamwertung scheint ebenfalls alles klar: Mercedes EQ (291) vor Venturi (255), DS Techeetah (244) und Jaguar (200). Die Elektro-Abteilung wird nach Seoul von Mercedes geschlossen und komplett (außer den Fahrern) an McLaren übergeben.

Zudem stehen vor Saison neun zahlreiche Veränderungen an: Neben der Einführung des stärkeren und leichteren Gen3-Wagens steigen McLaren, Maserati und Abt (die Allgäuer wieder) ein, es wird neue Schauplätze (Sao Paulo, Hyderabad, Kapstadt) und einige Fahrerwechsel geben.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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