DTM-Chef Berger will Umweltschutz vorantreiben

DTM-Chef Berger will Umweltschutz vorantreiben
 

Unter Gerhard Berger versucht die DTM, Motorsport der alten Schule mit Nachhaltigkeit zu verbinden.

"Es ist uns allen klar, dass wir die Zukunft viel bewusster bauen und erleben wollen als in der Vergangenheit", sagte der Tiroler DTM-Chef. Bis 2030 will die Serie CO2-neutral sein.

Das spektakulärste Projekt: die DTM Electric - Rennen mit 1.000 PS starken Vollstrom-Fahrzeugen im Rahmen der Wochenenden. Spätestens nächstes Jahr soll der Prototyp auf der Straße aufsetzen.

Elektrorenner als Ausweg?

Die DTM Electric bildet nur eine von mehreren Säulen der unter Bergers Führung aufgesetzten Strategie, klimafreundlicher zu werden. "Ich glaube, bei diesem Thema muss man nicht nur im Motorsport einfach einmal Ziele aufstellen, sonst kommt man überhaupt nicht in die Gänge", sagte der Österreicher.

Zwar scheint er kein bedingungsloser Verfechter von E-Mobilität und schon gar kein Fan der vollelektrischen Formel E zu sein, aber: "Aber wir sind alle ein bisschen in diese Richtung gezwungen."

Ein Narrativ, das ihm nicht gefällt, ist das von Rennwagen als CO2-Schleudern. Berger spricht vom "Fehlbild Umweltverschmutzung" im Motorsport, denn "die Rennautos sind nur ein Prozent des CO2-Fußabdrucks".

Die großen Themen seien "grüner Strom oder die Atomkraft, wie stufen wir das ein? Nicht das Rennauto, das am Red Bull Ring ein Formel-1-Rennen fährt". Der größte Schadstoffverursacher im Motorsport sei die Logistik.

"Dort ist eigentlich die Krux an der Geschichte. Wie fliege ich nach Südamerika oder nach Australien? Und trotzdem hat es die Politik geschafft, gerade im Automobil-Land Deutschland, es auf diese Einheit herunterzubrechen."

Der Grundstein wurde schon gelegt

Die DTM, die am vergangenen Wochenende in Portimao mit zwei Rennen ihre neue Saison gestartet hat, will laut Berger einen Aspekt nach dem anderen in ihrem Bereich angehen. Dabei geht es um Plastikvermeidung im Fahrerlager genauso wie um das Catering oder eben die Technologie.

"Was uns in einem ersten Schritt schon wichtig wäre, ist zu versuchen, dass man einmal einen synthetischen Kraftstoff einführt und auch mit Themen im Fahrerlager beginnt", sagte Berger bei einem Mediengespräch.

Die Elektrifizierung ist ebenfalls schon auf Schiene - wobei die DTM Electric die aktuellen GT3-Autos samt Verbrennungsmotoren nicht verdrängen soll.

Laut dem ursprünglichen Plan hätten schon 2023 erste Rennen stattfinden sollen - das wird jedoch schwierig zu realisieren sein. Technisch sei man bei der Zusammenarbeit mit der Schaeffler-Gruppe zwar schon sehr weit, "aber wir suchen noch immer weitere richtige Partner, weil wir natürlich qualitativ das Beste liefern wollen".

"Aber da sind wir auch ganz gut auf Kurs. Mit diesen Projekten ist man immer ein bisschen hinter dem Zeitplan", meinte Berger.

Der Prototyp soll diesbezüglich der nächste Meilenstein sein. "Wir haben das Mockup (Vorführmodell; Anm.) gezeigt, wir haben die Technik gezeigt. Das jetzt einmal zu vereinen und als ein Fahrzeug, als Prototyp auf die Strecke zu holen, ist meiner Meinung nach der große Startschuss dafür, das Thema in die Serie zu bringen", erklärte der frühere Formel-1-Pilot.

Das soll nächstes Jahr passieren - und wäre "dann ein riesiges Signal".

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang »

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