Zverev über Erkrankung: "Ich wurde oft verspottet"

Zverev über Erkrankung: Foto: © getty
 

Der deutsche Tennisprofi Alexander Zverev offenbarte am Wochenende seine Diabetes-Erkrankung (alle Infos >>>).

Nun gibt der 25-jährige Hamburger einen Einblick, wie er mit der Krankheit von kleinauf umgegangen ist und spricht offen über seine Ziele, die er verfolgt hat - trotz Diabetes.

Bereits im Mai führte der zweifache Sieger der ATP Finals, der nach seinem Verletzungs-Drama bei den French-Open 2022 am Comeback arbeitet, ein 20-minütiges Interview mit der französischen Zeitung "L'Equipe", das am Wochenende veröffentlich wurde.

"Ich schämte mich"

Der Olympiasieger von Tokyo hat seit Kindestagen Diabetes, was seine Kindheit größtenteils beeinflusst hat.

Zverev kam damit anfangs nicht klar: "Ich schämte mich. Schon in der Schule fühlte ich mich damit unwohl. Ich wurde oft verspottet". Dem Deutschen wurde unter anderem in der Schule sein Diabetes-Set gestohlen. Er fand das Set zwar wieder, doch es wurde von den Mitschülern ramponiert.

Im engsten Freundeskreis war es für Zverev auch alles andere als einfach: An Kindergeburtstagen verweigerte man ihm aus Sorge den Konsum von Kuchen. "Ich wurde ausgeschlossen", berichtet der 25-Jährige.

Zverev verzichtete bewusst auf frühzeitige Enthüllung

Nur seine engsten Verwandten und Bekannten wussten von der Erkrankung. Speziell im Tennisalltag hätte es etliche Diskussionen über die Leistungsfähigkeit der Sportler mit Diabetes gegeben.

"Je mehr Erfolg ich hatte und je mehr ich mir selbst bewiesen habe, dass sich alle, die mich von meinen Träumen abhalten wollten, geirrt haben, desto wohler fühlte ich mich damit", gibt "Sascha", wie er auch genannt wird, einen Seitenhieb auf die Ärzte, die ihn behandelt haben.

Die Ärzte, die den Deutschen mit russischen Wurzeln behandelten, gaben folgende Prognose ab: "Es gibt absolut keine Chance, dass man mit dieser Art von Krankheit Sport auf hohem Niveau treiben kann. Du kannst Tennis als Hobby spielen, aber du wirst nie ein ausreichendes körperliches Niveau erreichen".

Zwischenzeitlich besuchte Alexander Zverev sogar gar keinen Doktor, da ihn diese Meinungen ärgerten. Besonders schmerzte dem Deutschen die Tatsache, dass den Ärzten "die Gefühle eines verträumten Kindes egal waren".

Nummer zwei der Welt glaubte immer an sich

Trotz der Aussagen seiner Ärzte war sich Zverev immer sicher, dass er eines Tages an der Weltspitze des Tennis konkurrieren und Titel gewinnen würde.

Der 25-jährige, der zu Beginn seiner Karriere oft durch Aussetzer, wie zum Beispiel durch Zertrümmern des Schlägers, auffällig war, ist mit der Zeit gereift und gibt folgendes Statement speziell an die medizinische Fachkräfte ab: "Heute habe ich das Gefühl, dass es meine Aufgabe ist, darüber zu sprechen. Denn ich kann zeigen, dass das, was sie sagen, falsch ist".

Eine Größe auch neben dem Platz

Zudem gründete Zverev, der bei den US Open 2020 in seinem bislang einzigen Grand-Slam-Finale Dominic Thiem unterlag, eine Stiftung. Deutschlands Tennis-Ass will Kindern, die ebenfalls an Diabetes leiden, helfen ihre Ziele zu erreichen.

Er möchte den Kids den Glauben schenken, dass alles, was sie sich erträumen, wahr werden kann, wie sein Beispiel es am besten zeigt.

Überdies hilft er auch Kindern aus ärmeren Staaten mit der Versorgung von Medikamenten. "Leider verdienen viele Menschen ihr Geld auf Kosten der Kranken. Das sollte nicht der Fall sein. Jeder sollte die Möglichkeit haben, ein normales Leben zu führen und seine Träume zu verwirklichen, so wie ich meine Träume verwirkliche", gibt Zverev zu bedenken.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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