Dieses Quintett ist reif für ersten Major-Titel

Dieses Quintett ist reif für ersten Major-Titel Foto: © getty
 

Wenn am Montag im All England Club bei der 135. Auflage der Wimbledon Championships aufgeschlagen wird, sind die Favoritenrollen eigentlich klar verteilt.

Bei den letzten drei Ausgaben des Majors auf dem heiligen Rasen kam der Sieger stets aus Serbien und hieß Novak Djokovic. Sechsmal triumphierte der Weltranglistendritte bereits im "Tennis-Mekka", von den letzten zehn Ausgaben gewann der "Djoker" nur vier nicht.

Auch der Rekord-Grand-Slam-Champion der Herren (22 Titel) aus Manacor lässt sich den Rasen-Klassiker natürlich nicht entgehen. Die Teilnahme von Rafael Nadal stand jedoch mehrere Wochen in der Schwebe, eine hartnäckige Fußverletzung quälte den Spanier seit seinem Triumph in Roland Garros.

Der zweifache Wimbledon-Champion (2008, 2010) geht im All England Club an Nummer zwei gesetzt an den Start und darf weiterhin vom Kalender-Grand-Slam träumen. Natürlich alles in Abwesenheit des Rekord-Champions Roger Federer, der insgesamt acht Mal in Wimbledon triumphierte.

Zverev und Medvedev lassen und werden ausgelassen

Drei Spieler aus den Top-10, denen der große Wurf beim Traditionsturnier allemal zuzutrauen wäre, fallen für das Rasensaison-Highlight aus. Daniil Medvedev darf ebensowenig wie Landsmann Andrey Rublev teilnehmen, da die Turnierleitung russische und belarussische Spieler vom Wettbewerb ausschloss.

Damit geht die diesjährige Wimbledon-Ausgabe ohne den Weltranglistenersten über die Bühne.

Auch der Weltranglistenzweite Alexander Zverev muss Wimbledon auslassen. Beim Deutschen sind die Gründe jedoch andere. Der gebürtige Hamburger erlitt bei den French Open eine Verletzung des Sprunggelenks und wird frühestens für die US Open wieder in Frage kommen.

Der höchstplatzierte Gegner, den die "alte Garde" nun noch vor sich hat, ist Casper Ruud (ATP/5), dem es bisher noch nie gelang, ein Match (Qualifikation inbegriffen) im Tennis-Mekka zu gewinnen.

Ist die Messe also schon gelesen? Wer kann Djokovic und Nadal die Wimbledon-Krone stibitzen?

LAOLA1 stellt euch die fünf aussichtsreichsten Kandidaten für einen Premieren-Titel auf der ganz großen Tennis-Bühne vor:

MATTEO BERRETTINI

Foto: © getty

Tatsächlich ist die ATP-Weltrangliste nicht immer der beste Indikator für Erfolge in Wimbledon. Mit Matteo Berrettini haben wir auf Platz zehn der ATP-Charts einen ganz heißen Kandidaten für eine Grand-Slam-Premiere, vor allem auf dem neuen Lieblingsbelag: Rasen!

Schon im letzten Jahr stand der gebürtige Römer im Finale des Rasen-Klassikers, biss sich aber am Djoker die Zähne aus. Der 26-Jährige verlor das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere in vier Sätzen.

Zur Neuauflage des Endspiels von 2021 könnte es auch in diesem Jahr kommen, ein Duell mit Rafa droht frühestens im Halbfinale.

Berrettinis Finaleinzug? Nicht verwunderlich. Im Vorfeld der letztjährigen Ausgabe gewann der Italiener das Vorbereitungsturnier im Queens Club (500er-Kategorie). Ein Titel, den er in diesem Jahr erfolgreich verteidigen konnte. Im ganzen Turnier gab der Wahl-Monegasse nur einen Satz ab.

Auch eine Woche zuvor stemmte Berrettini Silberglänzendes in den Abendhimmel. Beim 250er-Event in Stuttgart gewann die Nummer zehn auch das zweite Rasen-Vorbereitungsturnier.

Auf dem grünen Untergrund hat der 26-Jährige in dieser Saison also noch kein Spiel verloren und reist mit zwei Turniersiegen im Gepäck ins Rasen-Mekka. Obwohl die Rasen-Saison nur einen marginalen Anteil am ATP-Kalender hat, feierte Berrettini vier seiner sieben Tour-Titel auf grünem Belag. Wenn man einem aussichtsreichen Underdog in diesem Jahr die Daumen drücken will, hat man seinen Kandidaten hier gefunden.

Das Problem bei Berrettini: Die direkten Duelle mit den ganz Großen. Sowohl gegen Novak Djokovic (vier Duelle), als auch gegen Rafael Nadal (zwei Begegnungen) hat der Italiener noch nie gewinnen können.

Berrettini - Djokovic 0:4

Berrettini - Nadal 0:2

CARLOS ALCARAZ

Foto: © getty

Dem Spanier ist auch abseits der roten Asche einiges zuzutrauen.

2021 gab Alcaraz im All England Club sein Debüt und scheiterte in der zweiten Runde an Daniil Medvedev. Dieses Schicksal wird dem 19-Jährigen in diesem Jahr auf jeden Fall erspart bleiben.

Der Shootingstar aus Murcia kam bis jetzt auf jedem Belag, den die ATP-Tour zu bieten hat, schnell in Tritt. Auf Sand ist der Spanier mittlerweile eine Institution, besiegte er doch Zverev, Djokovic und Nadal alle beim selben Turnier und hamsterte in dieser Saison schon drei Titel auf der roten Asche ein (Rio, Barcelona, Madrid).

Auch auf den Hardcourts Nordamerikas funktionierte das Spiel von "Carlitos" postwendend. In Miami feierte der 19-Jährige seinen ersten Masters-Titel.

Warum also nicht auch auf Rasen? Immerhin gibt es keinen Grund anzunehmen, dass der Untergrund dem Shootingstar Probleme macht. Die Vorbereitung auf Wimbledon ließ Alcaraz in dieser Saison aus, um sich nach den French Open ein wenig zu schonen.

Wie gut sich der Youngster auf den grünen Untergrund vorbereitet hat, wird die Auftaktpartie gegen Jan Lennard Struff (ATP/158) zeigen. Im Viertelfinale könnte Novak Djokovic warten.

Was für Alcaraz spricht: Sowohl Nadal als auch Djokovic konnte der 19-Jährige mittlerweile schon besiegen. Im Duell mit dem Djoker hat der Mann aus Murcia sogar eine positive Bilanz. Gegen ihn gewann er die bisher einzige Begegnung.

Alcaraz - Djokovic 1:0

Alcaraz - Nadal 1:2

HUBERT HURKACZ

Foto: © getty

Der 25-jährige Pole schlich sich in den letzten Jahren langsam in die Top-10 der Weltrangliste.

Was Hurkacz zum Außenseitertipp macht: Er funktioniert auf Rasen. Im Gegensatz zu anderen Top-Spielern, die mit dem grünen Untergrund des Öfteren ihre Probleme haben, ist der Pole ein Allrounder.

Seinen einzigen Masters-Titel holte "Hubi" auf Hartplatz, vergangene Woche wanderte auch der erste Rasen-Pokal in den Trophäenschrank. Im stark besetzten Teilnehmerfeld von Halle nahm der 25-Jährige neben den ausgewiesenen Rasen-Spezialisten Nick Kyrgios und Felix Auger-Alliasime im Finale auch den Weltranglistenersten Daniil Medvedev aus dem Turnier. Der Russe gewann im Endspiel ganze fünf Games.

Im letzten Jahr stand der Pole im Wimbledon-Halbfinale, dort verlor er gegen Matteo Berrettini. Davor machte der Rechtshänder aus Wroclaw aber kurzen Prozess mit Roger Federer und rang Daniil Medvedev in fünf Sätzen nieder. Ein ähnlicher Run in diesem Jahr scheint im All England Club vorstellbar, die Rasen-Formkurve zeigt im Vorfeld des Klassikers definitiv steil nach oben.

Zum Auftakt bekommt es Hurkacz mit Alejandro Davidovich Fokina (ATP/38) zu tun, bis zum potenziellen Aufeinandertreffen mit dem Djoker im Halbfinale warten auf "Hubis" Weg keine ausgemachten Rasen-Spezialisten.

Der Haken: Gegen die Top-Guns reichte es bisher noch nicht. Gegen den Djoker ging der Rechtshänder viermal als Verlierer vom Platz, mit Nadal gab es noch kein direktes Aufeinandertreffen.

Hurkacz - Djokovic 0:4

Hurkacz - Nadal 0:0

STEFANOS TSITSIPAS

Der Grieche mag schon lange kein Underdog mehr sein, auf Grand-Slam-Ebene fehlt dem 23-Jährigen aber noch das ganz große Ausrufezeichen.

Vor allem der Belag Rasen machte Tsitsipas in der Vergangenheit immer wieder Probleme. 2021 kam das Aus schon zum Auftakt gegen den ungesetzten Frances Tiafoe.

Im Vorfeld des diesjährigen Wimbledon-Turniers reichte es für den zweifachen ATP-Finals-Champion trotz behäbigen Starts aber zum ersten großen Erfolgserlebnis auf dem grünen Untergrund. Sowohl in Halle als auch in Stuttgart kam das Aus in Runde zwei, allerdings mit Nick Kyrgios und Andy Murray gegen Spieler, die für ihr gutes Spiel auf Rasen bekannt sind. Doch in Mallorca (250er-Event) triumphierte Tsitsipas im Finale über Roberto Bautista Agut. Pünktlich zum Rasen-Klassiker wird der Grieche mit dem ungeliebten Belag warm.

Fakt ist: Tsitsipas wird das Turnier als Nummer vier der Setzliste in Angriff nehmen, große Namen und unangenehme Lose sollten ihm lange erspart bleiben. Falls der Grieche auf seinem ungeliebten Untergrund einmal ins Turnier findet, platzt dem 23-Jährigen vielleicht endlich der Knoten.

Mit dem Schweizer Qualifikanten Alexander Ritschard (ATP/192) als Auftaktgegner sollte sich der Grieche im Tennis-Mekka zumindest einmal eingrooven können.

Gegen die "alte Garde" hat Tsitsipas die meiste Erfahrung. Den Rekord-Grand-Slam-Sieger aus Manacor besiegte der gebürtige Athener bereits zweimal, auch gegen den Djoker hatte der Rechtshänder zweimal das bessere Ende für sich. Allerdings verließ der Grieche im Duell mit den beiden Altstars den Platz auch schon 14-mal als Verlierer.

Tsitsipas - Djokovic 2:7

Tsitsipas - Nadal 2:7

FELIX AUGER-ALIASSIME

Foto: © getty

Felix fühlt sich auf Rasen wohl, auch wenn die großen Erfolge fehlen, um dies eindrucksvoll zur Schau zu stellen.

Bereits als 18-Jähriger ging die Reise für den Rechtshänder aus Montreal bis in die dritte Runde, 2021 stoppte ihn erst der spätere Finalist Matteo Berrettini im Viertelfinale.

Auf der Tour hat der junge Kanadier auch schon zwei Finals auf Rasen bestritten, zog jedoch gegen Berrettini (Stuttgart/2019) und Marin Cilic (Stuttgart/2020) zweimal den Kürzeren.

Als Spieler ist der mittlerweile 21-jährige Wahl-Monegasse gereift. Der erste ATP-Titel gelang dem Kanadier in diesem Jahr in Rotterdam (500er-Event), bei den Australian Open war erst im Viertelfinale gegen Daniil Medvedev Schluss.

In diesem Jahr bekommt es der Youngster zum Auftakt mit dem US-Amerikaner Maxime Cressy (ATP/60) zu tun, Rafael Nadal wäre ein möglicher Viertelfinalgegner.

Sowohl gegen den Djoker als auch gegen Rafa ist der athletische Kanadier noch sieglos. Der Rasen in Wimbledon schreibt aber bekanntlich eigene Gesetze.

Auger-Aliassime - Djokovic 0:1

Auger-Aliassime - Nadal 0:2


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..