24 Jahre nach Wimbledon-Debüt wieder dabei

24 Jahre nach Wimbledon-Debüt wieder dabei Foto: © getty
 

Wir schreiben den 29. Juni 1998. Mit schmerzverzerrtem Gesicht gibt Serena Williams in der dritten Runde von Wimbledon ihre vorzeitige Aufgabe bekannt.

5:7, 1:4 liegt das damals 16-jährige Wunderkind zu diesem Zeitpunkt gegen die Spanierin Virginia Ruano-Pascal zurück.

Eine schon im dritten Game des ersten Satzes erlittene Wadenverletzung – Williams rutschte auf dem für sie noch ungewohnten Rasen unglücklich aus – stoppte die mittlerweile siebenfache Wimbledon-Siegerin im Einzel bei ihrem Debüt im All England Club.

Beinahe prophetisch kündigte sie damals an: "Ich hätte fertig spielen können, aber ich muss auch an die Zukunft denken."

Geplatzter "Sister Act"

Besonders bitter für Serena: Im Achtelfinale wäre es zum damals bereits vierten "Sister Act" gegen ihre ein Jahr ältere Schwester Venus gekommen.

"Diese Aufgabe tut noch mehr weh als normal, weil mir so die Chance auf ein Match gegen Venus entgeht", meinte Serena damals und legte frech nach: "Aber jetzt, wo ich draußen bin, hat Venus bessere Chancen weiterzukommen.“

Den Titel im Einzel holte sich 1998 zwar die mittlerweile leider schon verstorbene Jana Novotona (bei den Junioren triumphierte übrigens ein Jahr vor Jürgen Melzer noch Roger Federer), für Serena Williams gab es in Wimbledon aber trotzdem noch ein Happy End.

Im Mixed holte sie an der Seite des Weißrussen Max Mirny den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere.

23 Major-Siege im Einzel, 14 im Doppel und ein weiterer Mixed sollten in der einmaligen Karriere der wohl erfolgreichsten Spielerin aller Zeiten folgen.

Ein Titel fehlt auf Allzeit-Rekord

Ein Grand-Slam-Sieg fehlt ihr noch auf den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court. Ihren letzten Major-Titel holte Williams bei den Australian Open 2017. Danach verlor sie noch vier weitere Grand-Slam-Endspiele. Vier Mal zerplatzte der große Traum vom ewigen Rekord kurz vor dem Ziel.

Es ist wohl dieser noch unerfüllte Traum, der Williams auch mit 40 Jahren nach einem Jahr Pause auf die WTA Tour zurückkehren lässt. 24 Jahre nach ihrem ersten Antreten wird sie heuer in Wimbledon als ungesetzte Spielerin erneut ihr Glück versuchen.

Auch wenn die deutlich jüngere Konkurrenz mittlerweile wohl zu stark sein wird, im Rasen-Mekka ist die Chance auf eine Überraschung aufgrund der kürzeren Ballwechsel für Williams noch am größten.

Sollte der Mutter einer vierjährigen Tochter die Sensation gelingen, wäre es eines der größten Sportmärchen der Geschichte. Doch alleine die Tatsache, dass Williams 24 Jahre nach ihrem Wimbledon-Debüt voll konkurrenzfähig in den All England Club kommt, ist bemerkenswert.

Häkkinen, Kaiserslautern und Prohaska

Denn wie lange 24 Jahre sein können, zeigt ein kleiner Rückblick: 1998 war das Jahr, in dem Mika Häkkinen erstmals Formel-1-Weltmeister wurde. Also jener Finne, der schon vor dem mittlerweile ebenfalls zurückgetretenen Kimi Räikkönnen für Furore in der Königsklasse sorgte.

Auch an den sensationellen Coup des 1. FC Kaiserslautern, der als erster und bislang einziger Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte den Meistertitel holen konnte, werden sich manche unserer User nicht mehr oder nur noch ganz vage zurückerinnern können.

Zudem war es auch das letzte Jahr, an dem Österreich bei einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnahm und Herbert Prohaska noch nicht im ORF-Studio, sondern auf der Trainerbank Platz nahm.

Apple stellt ersten iMac vor

Doch auch abseits des Sports hatte das Jahr 1998 einige Highlights zu bieten. Dieter Bohlen – noch vor der DSDS-Ära - und Thomas Anders feierten ein Comeback mit Modern Talking. Eine Band names Hybrid Theory benannte sich in Linkin Park um und der Smart kam erstmals auf den Markt.

Kurz vor Serenas Wimbledon-Debüt stellte zudem eine von finanziellen Schwierigkeiten gebeutelte Firma namens Apple seinen ersten iMac vor. Wer damals Weitblick bewiesen und um 250 US-Dollar 1000 Apple-Aktien gekauft hätte, hätte heute trotz der kürzlichen Einbrüche auf den Märkten ungefähr 135.000 US-Dollar auf seinem Wertpapier-Depot liegen.

Von Kranzgeld und Viagra

Schon damals etwas aus der Zeit gefallen und deshalb 1998 in Deutschland auch abgeschafft: Das Kranzgeld - eine finanzielle Entschädigung, die eine unbescholtene Frau von ihrem ehemaligen Verlobten einfordern konnte, wenn sie auf Grund eines Eheversprechens mit ihm Geschlechtsverkehr hatte und er anschließend das Verlöbnis löste.

Wer an all diese Entwicklungen und Ereignisse noch gute eigene Erinnerungen hat, hat wahrscheinlich gute Chancen, dass er sich heute an dem Nutzen eines ebenfalls im Jahr 1998 eingeführten Produkts erfreuen kann bzw. muss: Auch das Potenzmittel Viagra kam damals auf den Markt.

An die Standhaftigkeit einer Serena Williams reicht aber wohl auch kein gedopter Mann heran.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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