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Wie stehen die CHL-Aufstiegschancen von Salzburg und VSV?

Für den amtierenden Meister ist von Platz eins bis drei noch alles möglich. Die Villacher dürfen sich absolut keinen Patzer erlauben:

Wie stehen die CHL-Aufstiegschancen von Salzburg und VSV? Foto: © GEPA

Die Gruppenphase der Champions Hockey League neigt sich dem Ende zu!

Während der EC Red Bull Salzburg in Gruppe E mit sieben Zählern auf Rang zwei liegt und nun auf Tabellenführer HC Fribourg-Gotteron trifft (Mittwoch, 20:20 Uhr im LIVE-Ticker >>>), kann der VSV nur mit zwei Siegen gegen die Straubing Tigers (Dienstag, 20:20 Uhr im LIVE-Ticker >>>) noch das Ticket für das CHL-Achtelfinale lösen.

Fehervar AV19 und Olimpija Ljubljana bestreiten dagegen nur noch zwei Freundschaftsspiele mitten unter der Saison. LAOLA1-Experte Bernd Freimüller wirft einen Blick auf die Chancen von Red Bull Salzburg und dem Villacher SV:

Gruppe E:

Alle vier bisherigen Spiele der "Roten Bullen" gingen in die Overtime oder ins Shootout – unterm Strich blieben sieben Punkte und der vorläufige zweite Tabellenplatz hinter Fribourg.

Für die Salzburger ist vom ersten bis zum dritten Platz noch alles möglich, die Schweizer brauchen noch zwei Punkte zum sicheren Aufstieg, um nicht auf die Ergebnisse zwischen Stavanger und Ilves Tampere schielen zu müssen.

Die "Roten Bullen" erlitten nach dem erwartet starken Saisonstart mit dem 4:6 gegen den KAC die erste Niederlage. Sicher kein großes Problem, eher schon die zuletzt aufgetretenen Verletzungen: Dominique Heinrich, Lukas Schreier, Troy Bourke sowie die langzeitverletzten oder -erkrankten Philipp Wimmer und Ty Loney waren zuletzt nicht dabei. Im Angriff verbleibt mit dem ehemaligen Eishockey-Österreicher Aljaz Predan ein einziger Import.

Fribourg kann bis jetzt keineswegs auf einen gelungenen Saisonstart zurückblicken, die 1:2-Heimniederlage nach Verlängerung gegen den Tabellenletzten Langnau am Samstag war hierbei der negative Höhepunkt.

Gotteron gilt in der NL ein bisschen als eine Seniorentruppe. Zehn Spieler haben den 30er schon hinter sich, darunter Ex-NHL-Goalie Reto Berra (35) und der amerikanische Defender Ryan Gunderson (37), der immer noch das Powerplay orchestriert.

Durch die NL-Erweiterung im vergangenen Sommer auf sechs Defender ging sich neben ihm noch ein finnischer Defensivverteidiger wie Juuso Vainio aus. Im Angriff blieben von den Imports der letzten Saison Ex-NHLer David Desharnais übrig, der allerdings auch schon 36 ist.

Derzeitiger Team-Highscorer ist Janne Kuokkanen, der nach sechs Jahren in der NHL und AHL nach Europa zurückkehrte. Ebenfalls neue Imports: Flügel Jacob De La Rose (eher ein Kampfschwein denn ein Feingeist) und der Schwede Marcus Sörensen, der allerdings seit der Preseason verletzt ist.

Der 24-jährige Kuokkanen stürmte schon für die New Jersey Devils
Foto: © getty

Zu diesen Neuzugängen aus Regalen, von denen ICE-Teams nur träumen können, kam auch noch Flügel Christoph Bertschy, der bei seiner Rückkehr aus Lausanne von Coach und Sportdirektor Christian Dube gleich einmal einen Siebenjahres-Vertrag in die Hand gedrückt bekam.

Neben Berra und ihm waren oder sind Defender Raphael Diaz (36), Julian Sprunger (36) und Killian Mottet (31) noch überdurchschnittliche einheimische Kräfte. Mottet ist weder für Mit- noch für Gegenspieler immer einfach zu handeln, seine Beine und Abschlusskraft könnten aber in diesen beiden Spielen den Unterschied machen.

Ein NL-Team wird immer der Favorit gegen eines aus der ICE sein, die "Bullen" sind aber grundsätzlich international immer ein ganz starker Gegner – auch trotz der vielen Verletzungen?

Gruppe F:

Die Ausgangslage ist klar: Mit sechs Punkten hat der VSV den Aufstieg sicher. Sollte nur eine der Partien gegen die Straubing Tigers in die Overtime gehen, stehen diese neben dem 99-prozentigen Fixaufsteiger Färjestad Karlstad (brauchen gegen Krakau noch einen Punkt) in der nächsten Runde.

Sowohl die Kärntner als auch die Tigers starteten nicht gerade wunschgemäß in die neue Saison. Nach vier Niederlagen in Folge gelang der Truppe von Tom Pokel mit dem 4:3 n.V. gegen Frankfurt immerhin wieder ein Sieg, während der VSV beim 1:2 gegen Graz vor eigenem Publikum abermals enttäuschte.

Der Tabellenelfte der DEL kann immerhin auf das zweitbeste Powerplay der Liga mit 37 Prozent blicken, obwohl ein richtiger Blueliner fehlt. Brandon Manning – an dem auch Salzburg im Sommer 2021 interessiert war – wäre wohl in tiefer besetzten Teams bei allen sonstigen Qualitäten in Überzahl nicht gesetzt. Sportmanager Jason Dunham veränderte nach dem vierten Platz der Vorsaison die Defensive auch fast nicht, Trent Bourque kam nach langer Verletzung allerdings wieder fit aus dem Sommer zurück.

Dahinter hütet der Amerikaner Hunter Miska heuer den Tigers-Kasten, trotz guter Leistungen trennte man sich vom spät verpflichteten Tyler Parks. Auch der langjährige Backup Sebastian Vogl musste U20-Nationalgoalie Florian Bugl (ehemals Red Bull Salzburg) Platz machen.

Florian Bugl im Dress der Red Bull Hockey Juniors
Foto: © GEPA

Dunham und Pokel machten nach den Playoffs, die mit einem Sweep von Mannheim in der ersten Runde endeten, ein Manko an Tempo und Größe aus. Letzteres soll der aus Iserlohn gekommene Luke Adam beheben, der mit sieben Punkten aus sieben Spielen derzeit auch der beste Teamscorer ist.

Travis Turnbull ist ein DEL-vielgereister Routinier, JC Lipon – der den Tigers vor einem Jahr trotz Zusage in die KHL abhandenkam – kann dem Gegner gehörig auf die Nerven gehen. Mark Zengerle – wie Turnbull mit einem deutschen Pass ausgestattet – war bei seinem Deutschland-Debüt in Bremerhaven noch ein guter Playmaker, ließ seitdem aber fürchterlich nach.

Jason Akeson spielte zuletzt eine Bärensaison – mit 32 wird er keinen zweiten Gang mehr finden, ist aber weiter ein sehr gefährlicher Halfwall-Player im Powerplay. Ebenfalls schon seit Jahren ein Fixpunkt in Straubing: Center Mike Connolly, klein aber gewandt. Aus AHL-Zeiten kenne ich noch Travis St. Denis, der trotz nur knapp 1,70 Metern verdammt körperbetont agiert, aber auch ein sehr gefährlicher Offensivfaktor ist.

Der VSV muss für sechs Punkte sicher zwei sehr starke Tage aufrufen, wobei vor allem einige der neuen und bisher enttäuschenden Imports gefordert sind.

In den Gruppen B und D hoffen die bisher punktelosen Olimpija Ljubljana und Fehervar AV19 noch auf die eine oder andere Punkteprämie, was den Slowenen gegen den Schweizer Meister EV Zug aber schwerer fallen wird als den Ungarn gegen GKS Katowice aus Polen.


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