Eishockey-WM: Arno del Curto bringt neue Impulse

Eishockey-WM: Arno del Curto bringt neue Impulse Foto: © GEPA
 

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Sie sollen neue Impulse und andere Blickwinkel einbringen - mit kurzfristig engagierten und überraschenden Teamchef-Assistenten sind das österreichische und das deutsche Eishockeyteam zur Weltmeisterschaft nach Finnland gereist.

Unterschiedlicher könnten die Personalentscheidungen allerdings kaum sein. Österreich sicherte sich die Dienste der 66-jährigen Schweizer Trainerlegende Arno del Curto, an der Bande des DEB-Teams steht die 29-jährige Kanadierin Jessica Campbell.

Del Curto genießt in der Schweiz Kultstatus. Er war 22 Jahre lang Trainer des HC Davos und hat den Schweizer Rekordmeister zu sechs Titeln geführt. Ihn verbindet eine jahrelange Freundschaft mit Österreichs Cheftrainer Roger Bader, der Del Curto neben Philipp Lukas, Markus Peintner und Reinhard Divis ins Betreuerteam holte.

"Wir sind seit 30 Jahre Freunde, unsere Eishockey-Philosophie ist deckungsgleich. Arno selber will nicht, dass man ihn ständig erwähnt. Er ist eine Ergänzung und Teil des Teams, zu fünft bereden wir alles und ich fälle die finale Entscheidung", erklärte Bader.

Del-Curto-Ansage trägt bei Schneider Früchte

Lukas ist für die Verteidiger und das Off-ice-Training zuständig, Peintner für die Video-Analyse der eigenen Spiele und der Gegner, Divis kümmert sich um die Torhüter.

"Arno ist für Motivation und Einzelkorrektur bei den Spielern zuständig. Er hat keine Coaching-Aufgaben in dem Sinn, er geht auf Spieler zu und redet mit ihnen einzeln", beschrieb Bader die Aufgaben seines Landsmanns.

Bei den Spielern fruchtet das. So sagte Peter Schneider nach seinem Treffer gegen Schweden: "Arno hat die ganze Zeit gesagt, jedes Mal wenn ich Chance habe, soll ich schießen."

29-jährige Vize-Weltmeisterin im DEB-Team

Österreichs Team setzt also auf viel Erfahrung, das deutsche auf einen frischen Wind. Kurz vor dem WM-Turnier gab der DEB bekannt, dass Jessica Campbell das Trainerteam um den finnischen Bundestrainer Toni Söderholm ergänzt.

Campbell war kanadische Teamspielern und Vize-Weltmeisterin 2015. Tom Rowe, Cheftrainer in Nürnberg und davor von Jänner 2019 bis Frühjahr 2020 Trainer der Black Wings Linz, hatte die 29-Jährige im April für ein paar Tage als "special skills coach" für die Ice Tigers engagiert.

Sie sollte mit den Spielern an der Verbesserung der Skating-Technik arbeiten, erhielt aber auch das Coaching der Offensive und des Powerplays. Ihre Arbeit gefiel dem deutschen Verband, der Campbell neben Rowe und Cory Murphy für das WM-Turnier als Teamchef-Assistentin verpflichtete.

DEB-Cracks sind von Campbell überzeugt

Bei den Spielern kommt sie gut an. "Sie macht einen tollen Job und wird respektiert von den Jungs. Man muss mit Fachkompetenz überzeugen. Da ist es egal, ob man Frau oder Mann ist. Sie hat die Expertise und damit auch von Tag eins den Respekt der Truppe gehabt", erklärte Kapitän Moritz Müller.

"Alle freuen sich, dass so eine Superfrau wie die Jessica dabei ist, von der können wir viel lernen", sagte WM-Debütant Alexander Ehl. Auch für Söderholm ist das Thema Frau an der Bande keine große Sache.

"Sie hat eine andere Sicht, wie man einige Spielszenen gestalten kann. Das will ich haben. Für mich ist Jessica eine Co-Trainerin und völlig egal, ob das eine Frau oder ein Mann ist. Ich hoffe, dass wir diese Diskussion auch nicht mehr weiter führen müssen", zitierte ihn express.de.


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Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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