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Simon Eder: "Es ist sehr menschenunfreundlich"

Top-Leistung zum Olympia-Abschluss - Simon Eder will trotzdem schnell nach Hause.

Simon Eder:

Österreichs Biathlon-Team muss die Olympia-Heimreise wie zuletzt 2006 ohne Medaille antreten. Biathlon-Medaillenspiegel >>>

Im abschließenden Männer-Massenstart am Freitag schaffte Routinier Simon Eder mit zwei Strafrunden noch Platz sieben. Felix Leitner kam im 30er-Feld nach sieben Fehlschüssen nicht über Platz 29 hinaus.

Eder nahm sich mit zwei Fehlern beim ersten Schießen früh aus dem Medaillenrennen. Mit drei makellosen Einlagen machte der 38-Jährige aber noch zahlreiche Positionen gut, die Podestplätze waren dennoch deutlich außer Reichweite.

"Es waren so harte Rennen - mit dem Top-10-Platz bin ich zufrieden. Ich habe versucht, auf der Schlussrunde gut mitzukommen, aber 500 Meter vor dem Ziel hat es mir den Stecker gezogen, daher hat es keinen Zielsprint mehr gegeben. Vor dem Rennen war es mein Ziel, überhaupt ins Ziel zu kommen - mit den Top Ten bin ich schon megahappy ehrlich gesagt", erklärt Eder im ORF-Interview.

Der Salzburger will nun aber schnellstmöglich nach Hause. "Es ist sehr menschenunfreundlich hier. Es ist, glaube ich, jeder froh, dass wir hier wegkommen", spricht Eder die unwirtlichen Bedingungen in Peking mit eisiger Kälte und starkem Wind an.

Für den bald 39-Jährigen war es wohl der letzte Auftritt im Zeichen der fünf Ringe, im Weltcup will er nach eigenen Aussagen zumindest noch eine Saison dranhängen.

"Es ist zwar keine Medaille, aber der Siebte gehört sicher zu den besonderen Rennen in meiner Karriere. Da, wo wir herkommen, ist ein Top Ten richtig was Besonderes. Taugt mir, dass mein letztes Olympiarennen so gut gelaufen, die Startnummer wird einen Ehrenplatz kriegen", meint Eder.

"Man sollte sich auch über Top-Ten-Ergebnisse freuen"

Cheftrainer Ricco Groß lobt Eder im ORF-Interview und sah zum Abschluss den seiner Ansicht nach schwierigsten Bewerb mit eisigen Temperaturen und scharfem Wind. "Eigentlich war es ein sensationelles Rennen von Simon, aber es ist ärgerlich, wie die Fehler zustande gekommen sind. Unter dem Stich darf man damit aber zufrieden sein."

Insgesamt sei die Bilanz freilich nicht ganz so positiv. "Wir wollten natürlich um die Medaillen mitkämpfen, das war Ziel, das haben wir leider nicht geschafft. Man sollte sich aber auch über Top-Ten-Ergebnisse freuen."

"Wir hatten die Bedingungen vielleicht nicht ganz im Griff"

Bei den Damen zuvor hat Weltmeisterin Lisa Hauser nach einem Sturz Platz zehn belegt, Katharina Innerhofer ist 14. geworden.

Franz Berger, Österreichs Sportlicher Leiter, sah das medaillenlose Abschneiden nicht allzu dramatisch. "Es ist eine kleine Enttäuschung, die ist nicht allzu groß, wenn man bedenkt, dass wir mit der Höhe und den extremen Bedingungen zu kämpfen hatten. Wir hatten die Bedingungen vielleicht nicht ganz im Griff, ein Tag war gut, dann wieder einer ein bisschen schlechter."

Die auch im Weltcup tonangebenden Topnationen Norwegen, Frankreich und Schweden hätten das Geschehen bestimmt. Eders siebenter Rang sei aber ein versöhnlicher Abschluss, auch Hauser und Innerhofer hätten sich am letzten Tag noch gut verkauft, so Berger. Insgesamt müsse man jedoch im Schießen und Laufen "nachjustieren", betont er. Hausers Verletzung sei zum Glück offenbar nicht besonders schlimm, so der Tiroler vor einer endgültigen Diagnose.

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