Kitzbühel 2022: Kings und die Queen

Kitzbühel 2022: Kings und die Queen Foto: © GEPA
 

Die 82. Hahnenkamm-Rennen sind Geschichte!

Die Traditions-Veranstaltung in Kitzbühel war auch im Jahr 2022 in vielerlei Hinsicht besonders.

Trotz ungewohnter Mini-Fankulisse, höchster Corona-Sicherheitsstufe und einer nicht bei jedem Läufer beliebten Streckenänderung am berühmten Hausberg brachte das Kitzbühel-Wochenende einmal mehr große Sieger hervor und lieferte einmalige Geschichten.

Die Kings und eine Queen von Kitz 2022:

Feuz III. und Kilde I.

Der König von Kitzbühel - zumindest an Siegen gemessen - ist Didier Cuche. Der Schweizer triumphierte in der Abfahrt insgesamt fünf Mal auf der Streif, ein Mal öfter als Franz Klammer. Mit seinem dritten Sieg in der zweiten Abfahrt am Sonntag reihte sich Beat Feuz unmittelbar dahinter ein. Hinter dem Schweizer "Kugelblitz" klopfte mit seinem ersten Abfahrts-Podest in Kitz auch "Prinz" Marco Odermatt am obersten Thron an. Diesen bestieg in der ersten, verkürzten Abfahrt am Freitag Aleksander Aamodt Kilde. Der 29-jährige Norweger heimste seine erste goldene Abfahrts-Gams ein und erfüllte sich mit dem Sieg am Hahnenkamm eines seiner große Karriere-Ziele.

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Rot-weiß-rote Erleichterung

Das Ziel von Daniel Hemetsberger für die beiden Abfahrten war jeweils ein Top-10-Platz. Am Freitag gelang dem Oberösterreicher mit Rang 10 eine Punktlandung, am Sonntag katapultierte er sich mit Startnummer eins auf das Podest. Im dritten Kitzbühel-Rennen 2022 gab es somit doch noch den ersehnten ersten und einzigen Stockerlplatz für den ÖSV. Für Hemetsberger persönlich war es sein allererster Podestplatz im Weltcup – und das nach vier Kreuzbandrissen, die er bereits hinter sich hat. Der dritte Platz in Kitzbühel soll es aber noch nicht gewesen sein: "Eine der wichtigsten Sachen für mich: Ich möchte hier einmal die Abfahrt gewinnen. Das ist für jeden Abfahrer das Nonplusultra. Noch dazu als Österreicher - das will ich unbedingt."

Die Schnee-Könige

Jede Menge Helfer machten die Rennen möglich
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Zu den "Kings" der 82. Hahnenkamm-Rennen gehörten definitiv die Pisten-Crews, die Soldaten und Grundwehrdiener des Bundesheers sowie viele freiwillige Helfer auf der Streif und auf dem Ganslernhang. Trotz der Neuschnee-Massen von über einem halben Meter am Samstag präsentierte sich sowohl die Slalom-Strecke als auch die Abfahrts-Piste am Sonntag in nahezu perfektem Zustand. Auf der Streif wurde ab Mitternacht – die dritte Nacht in Folge - unermüdlich gearbeitet, um die zweite Abfahrt vom Orginalstart zu ermöglichen. Einen derartigen Einsatz und Aufwand für ihre Rennen betreiben im Weltcup-Zirkus wohl nur die Kitzbüheler mit ihren Hundertschaften an Helfern.

God save the Queen

Die Geschichte des Wochenendes schrieb Dave Ryding. Der 35-jährige Engländer feierte ausgerechnet im Slalom am prestigeträchtigen Ganslernhang seinen ersten Sieg und bescherte Großbritannien den ersten Weltcup-Triumph in der 55-jährigen Geschichte des Weltcups. "Dieser Sieg bedeutet die Welt für mich", jubelte Ryding. Was für den Mann aus Lancashire die Welt bedeutete, war in seiner Heimat vielerorts nur eine Randnotiz. Die BBC etwa schrieb zwar von einer Goldmedaille, die Ryding gewann, mehr als einen kurzen Bericht war der historische Erfolg Rydings der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt des Vereinigten Königreichs aber nicht wert. Beim Veranstalter in Kitzbühel spielte man kurz nach der Siegerehrung, bei der erstmals im Weltcup "God save the Queen" erklungen war, indes schon mit dem - nicht ganz so ernsten - Gedanken, Queen Elizabeth im Sommer zur Gondelübergabe an Ryding einzuladen.

Altersrekord verbessert

Noch vor dem 35-jährigen Briten überraschten zwei Franzosen in Kitzbühel. In der Freitag-Abfahrt, die im Gegensatz zur Hahnekamm-Abfahrt am Sonntag als Kitzbühel-Abfahrt in die Weltcup- Geschichte einging, wurde Sieger Aleksander Aamodt Kilde am Podest von Johan Clarey und Blaise Giezendanner flankiert. Clarey erklomm mit seinen 41 Jahren zum vierten Mal das Stockerl am Hahnenkamm, zum dritten Mal in der Abfahrt. Der Routinier verbesserte damit seinen eigenen Altersrekord: Er ist der älteste Fahrer, der es im Weltcup auf ein Podest schaffte. Zum ersten Mal in Kitzbühel am Podium stand Blaise Giezendanner. Der Super-G-Spezialist überraschte mit Startnummer 43 und schubste Matthias Mayer noch vom Stockerl.

Des Königs letztes Abenteuer?

Mit Marcel Hirscher hat der ehemalige "King" den Weltcup wieder aufgemischt. Der achtfache Gesamtweltcup-Sieger präsentierte und inszenierte sich und seine Ski-Marke als Vorläufer auf der Streif bestens – und stahl damit den Abfahrern gleich einmal die Show. "Ich hatte den Spaß meines Lebens", grinste der Salzburger. Für Hirscher war der Ritt über die berühmteste Abfahrts-Strecke der Welt laut seinen Aussagen aber sein "letztes großes Ski-Abenteuer". Wir denken eher: Fortsetzung folgt…

VIDEO: Marcel Hirschers Ritt über die Streif


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